Volkskunst, Kunsthandwerk und Pflege der Tradition
Klöppeln im Harzklub
Spitzen wurden geklöppelt für kirchliche und weltliche Würdenträger, je höher der Rang oder das Ansehen, desto aufwendigere Spitzen verzierten die Gewänder.
Vom Mittelmeer aus verbreitete sich die Klöppelkunst über die Niederlande und Skandinavien auch nach Deutschland. Patrizier, Kaufleute und die Damen des Bürgertums schmückten sich mit edlen Klöppelspitzen. Im Erzgebirge gründete Barbara Uttmann 1561 in Annaberg die erste Klöppelschule. Heute noch gilt sie als "Wohltäterin des Erzgebirges".
Mit den Bergleuten aus dem Erzgebirge gelangte das Klöppelhandwerk auch in den Harz. Hier war es ein "Zubrot- Gewerbe", die geklöppelten Spitzen wurden wohlhabenden Bürgern der Harzrandorte angeboten. Diese "schlichten" Klöppelspitzen aus den Bergstädten des Oberharzes konnten im 20. Jahrhundert kaum noch Absatz finden. Kunstvollere Spitzen wurden bevorzugt aus Frankreich, den Niederlanden und Dänemark und maschinell hergestellte Spitzen waren preiswerter.
Wenige ältere Frauen klöppelten noch im privaten Bereich oder in kleinen Gruppen, wie auch heute noch z.B. in Clausthal- Zellerfeld, Andreasberg, Bad Harzburg, Ilsenburg.
In Buntenbock gründete sich 1993 der Förderverein Harzer Klöppelkunst. Klöpplerinnen aus Deutschland und dem Ausland treffen sich dort zu themenbezogenen Veranstaltungen. Der Verein zeigt derzeit eine Klöppelausstellung in Clausthal-Zellerfeld im Dietzelhaus (Touristinformation). Eine kleinere Ausstellung befindet sich zusammen mit der Klöppelschule im Kunsthandwerkerhof.
Die Erhaltung und die Pflege des Brauchtums ist Aufgabe des Harzklubs. Dank der finanziellen Unterstützung der Pötzschnerstiftung werden seit 2001 Klöppelkurse im Harz angeboten. Das Ziel, die Kunst des Klöppelns weiter zu vermitteln, auch junge Menschen dafür zu begeistern, kann nur durch interessante Kursangebote erreicht werden.
Die Klöppelmeisterin Brigitta Roy- Feiler engagiert sich, handwerklich und pädagogisch versiert, Kinder und Erwachsene für das Kunsthandwerk zu begeistern. Sie bietet regelmäßig ehrenamtlich im Harzklub Projektwochen und Ferienkurse für Kinder an. Unter altersentsprechender Anleitung erstellen die Kinder gemeinsame Klöppelbilder aus Schmetterlingen und Blüten und klöppeln für sich selbst oder als Geschenk Freundschaftsbänder und Lesezeichen. Dabei lernen sie kreativ zu sein und haben Freude am Erfolg. Klöppelkurse für Erwachsene sind für Anfänger so aufgebaut, dass nach 3 Doppelstunden das erste, eigene Kunsthandwerk entsteht und die erlernte Technik selbst weiter geübt werden kann. Anfänger, Interessierte (auch Männer) und Fortgeschrittene können jederzeit in die Klöppelkurse des Harzklubs einsteigen. Die Materialien: Klöppelkissen, Ständer und Klöppel, werden für die ersten Kursstunden vom Harzklub zur Verfügung gestellt und können dann erworben werden.
Zur Zeit finden Harzklub- Klöppelkurse in Altenau / Kurgastzentrum statt.
Klöppelkurse ( ab 5 Personen ) können nach Absprache in jedem Harzklub-Zweigverein angeboten werden.
Anfragen:
Harzklub e.V. Geschäftsstelle, Tel.: 05323/81758
direkt. Brigitta Roy-Feiler, Zierenbergstrasse 59, 31137 Hildesheim
Tel.: 05121/45307, mobil: 0172/8769136
E-Mail: roy-haas@t-online.de
Mit jedem Klöppelschlag erhalten und pflegen wir die Tradition eines alten Kunsthandwerkes.
|